| Referent: | Dr. Christian Buckl , fortiss GmbH |
| Vortragsreihe: | Architekturdesign |
| Zeit: | 07. Dezember 6: 15:35-16:15 |
| Co-Referenten: | Michael Geisinger, Stephan Sommer |
Lag bisher der Schwerpunkt bei der Entwicklung von eingebetteten Systemen vor allem auf der Umsetzung von klar abgegrenzten Systemen mit definierter Schnittstellen zur Umwelt, ist in letzter Zeit der klare Trend hin zur Integration in größere Systeme zu beobachten: die Produktionsanlage wird zunehmend mit der Logistik und der Warenhaltung verknüpft, das intelligente Fahrzeug der Zukunft bewegt sich in einer intelligenten Umgebung und kommuniziert mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur. Systeme müssen also in Zukunft so entwickelt werden, dass sie einfach in einen größeren Kontext eingebunden werden können, ohne die Funktion des Systems in Bezug auf Safety, Security und Echtzeiteigenschaften zu gefährden. Middlewarearchitekturen wurden bisher für die Integration von Funktionen innerhalb eines Systems benutzt. Der Vortrag diskutiert, welche Randbedingungen in Zukunft beachtet werden müssen und wie Middlewarearchitekturen zur Lösung der Herausforderung eingesetzt werden können.
Das Thema Integration wird bei der Entwicklung immer wichtiger. Dabei stehen Entwickler zunehmend vor dem Problem, dass Systeme mit sehr unterschiedlichen Anforderungen zum Beispiel in Bezug auf Sicherheit und Echtzeit integriert werden müssen (Stichwort: Mixed-Criticality). Im Rahmen des Vortrages werden Lösungsansätze aus den zunächst sehr unterschiedlichen Bereichen Webtechnologien und Eingebetteten Systemen betrachtet und miteinander verglichen. Es wird aufgezeigt, dass Lösungen aus beiden Bereichen benötigt werden, um die zukünftigen Herausforderungen zu adressieren. Die wesentliche Besonderheit des Vortrages ist somit, dass sowohl Entwickler von "echten" eingebetteten Systemen, aber auch von verteilten, leistungsfähigeren Systemen angesprochen werden. Der Vortrag ist dabei auf ein Thema gerichtet, dass immer aktueller wird, dessen Dimensionen aber heute noch von vielen Entwicklern unterschätzt wird.
Christian Buckl erhielt den Doktorgrad für seine Arbeit "Model-based development of fault-tolerant real-time systems" im Jahr 2008 von der TU München verliehen. Seit 2009 leitet er den Bereich Cyber-Physical Systems mit derzeit knapp 20 Forschern am Forschungs- und Transferinstitut fortiss. Seine Forschungsinteressen liegen insbesondere im Bereich modellgetriebener Entwicklung und Softwarearchitekturen. Anwendungsgebiete sind die Bereiche Automotive und Automatisierungstechnik.